Da sind wir. Am atlantischen Ozean.
Was wurde mir versprochen? Blaues Meer, Sandstrand – ich kann nicht einmal das britische Festland sehen. Dafür gibt es Wolken, Kieselsteinufer und heruntergelassene Jalousien. Dass die Fußball-EM in eben diesem Land ausgetragen wird; davon ist hier jedenfalls nicht zu merken.
Und dennoch – um einmal den Spaß beiseite zu lassen – ist es genau diese Melancholie, die mich das erste Mal in meinem Leben Frankreich ganz dicht an mich herankommen lässt. Kenne ich die Côte d’Azur wegen meines Jobs nahezu auswendig, so ist es insbesondere der Norden der sich in meinem Leben bisher nur aus der Ferne präsentierte.
Was gibt es hier zu sehen? Man merkt, dass Frankreich und England sich zu küssen und trotz des weiten Ozeans geradezu umschlungen berühren. Die ähnliche Architektur, erbaut Anfang des vergangenen Jahrhunderts findet in beiden Ländern seine Bedeutung. Es erinnert ein wenig an Harry Potter, aufgrund der Ausgestorbenheit jedoch auch an den einen oder anderen – schlecht gemachten – Horrorfilm.
Die Umgebung – wie ausgestorben. Man trifft niemanden. Dass in diesem Land die Fußball-Em stattfinden soll. Daran ist hier – auch nach mehren Stunden – immer noch nicht zu denken. Vielmehr erwartet mich eine Vielzahl von Bunker, direkt an der Küste, erbaut von den Deutschen Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Seltsames und paradoxes Gefühl. Augenscheinlich sind wir Deutsche – immerhin ist unser Auto samt Flägglein und Schirmchen doch so „hübsch“ in sagen wir mal „unseren“ Farben beschmückt. Dass wir hier nur mit einem leichten Kopfnicken wahrgenommen werden, ist aus meiner Sicht mehr als nur nachvollziehbar.
Dennoch: es bleibt menschenleer. Vielleicht ein Urlaubsort. 15 Grad. Ein Zeltplatz, mit genau zwei Menschen – c’est moi et mon ami. Mehr nicht.






