Spiel. Satz. Sieg. („Sagt man beim Tennis“, belehrt mich der Lutz, was ich natüüürlich nicht weiß. Aber so habe ich genügend Gelegenheit aufzuzeigen, dass er mir beim Schreiben immer dazwischen quatschen soll. „Hörst Du mal bitte auf damit“, krakeelt es aus dem Hintergrund, „Pssssttt“, zischt es von mir dagegen“ J )
Lille, 26. Juni 2016
Ein wahres Fußballfest – wenn auch mit einigen Schönheitsfehlern. Immerhin schafft es unser Team sich kontinuierlich zu steigern. Es liegt an ihnen, ihr Tempo und Können zukünftig auch in die zweite Hälfte eines Spieles zu tragen. Nicht das Polen und Co. leichte Gegner gewesen wären… dennoch glänzte unser Team in der Regel vor allem in den ersten 45 Minuten. Kurze Einschätzung von uns zum gestrigen Spiel: bestes Spiel bisher, bessere Seitenverlagerung, besseres Spielverständnis untereinander, Kimmich hat wieder geackert, unser Özil prima – leider weiterhin vom Pech verfolgt, besseres Stellungspiel in der ersten Halbzeit mit Einbruch in den zweiten 45 Minuten, Boateng trotz Verletzung unser Man of the Match (für Oma: bester Spiel des Spiels), Podolski schwammig, aber Spaß am Spiel – Summa Sumarum: Jeht Berg uff!
Das Publikum hat sich geändert. Waren bei den Vorrundenspielen vor allem auf dem zweiten Markt erworbene Tickets (Manche zahlten vor dem Stadion 500 Euro für zwei Tickets.), welche die Fankurven schmückten, präsentierten sich die „Deutschen“ gestern wesentlich gediegener, nicht jedoch weniger enthusiastisch. Das ganze Stadion zeigte sich in glänzendem Schwarz-weiß. Keine Ecke, keine Kurve; in der sich keine Deutschlandfans samt schwarz-rot-goldenem Wickingerhelme oder illustreicher Gesichtsbepinselung befanden. Die Anfänge des nahezu durchgängigen Fangeklatsches war diesmal also nicht so leicht ausfindig zu machen wie bisher.
Eines bleibt jedoch: Die Franzosen sind Deutschland-Fans. Dass das Stadion gestern Abend so german-like (für Oma: deutsch-liebend) bebte, lag nämlich nicht zuletzt daran, dass sich vor allem unsere französische Nachbarn in weiße Fußball-Trikots quetschten und in die Fangesänge – noch lauter als unsere eigenen Fans – einstimmten.
Meine diesmaligen Erfahrungen vom Liller Zeltplatz, auch in Sachen deutschem Mann, folgen. Jetzt geht’s erst Mal Richtung Bordeaux… a bientôt!



