Koh Kood – Province Trat

13:40 Uhr, im Osten Thailands. Morgen geht die Reise weiter, zurück ans Land Richtung Trat und anschließend in das junge, aber geschichtsträchtige Kambotscha. Jenes Land, auf das ich mich im Rahmen dieser Reise am Meisten gefreut habe… aktuell scheint die Sonne, wie ich sie hier in Thailand das erste Mal erleben darf. Ich frage mich, wie viele Kokusnüsse den Menschen hier bereits zum Opfer fielen und wie lange Koh Kood sich vor dem Touristenmassen noch schützen kann und für Einbrödler wie mich ein wahres Paradies zu scheinen bleibt… da sich der Thailänder hierzulande neben Fischerei und Obstanbau vor allem von dem schier gering ausgeprägten Tourismus ernährt, ist die Antwort ernüchternd. Und wieder keimt sie in mir auf, die funktionierende und alternativlose Logik unserer westlichen Gesellschaft : Da wo Reichtum herrscht, existiert auch Armut. Ob nebenan auf dem Alexander Platz oder fernab von der eigenen Heimat, wo man sie weniger spüren muss und es sich als Europärer in den eigenen vier Wänden gemütlicher lebt. Die Jeans von H&M oder der günstige Urlaub in Thailand – die Rerpessalien sind die gleichen. Und doch rechtfertigt sich der Europärer wie so oft gern vor sich selbst und entlastet damit sein eigenes Gewissen: „Die Menschen in Thailand, Bangladesch und Co. sind dankbar; ohne uns hätten sie keinerlei Einkommen, was wäre also eine geeignete Alternative? Weniger Import und damit noch mehr Armut vor Ort produzieren?“ … und so esse ich also weiterhin den guten Reis für nicht einmal zehn Cent und versuche meine kulinarische Reise zu genießen. Wohl gemerkt mit ein wenig mehr Sachverstand als der Banalität, sich die Realität mit günstigeren Lebensverhältnissen vor Ort oder anderen Standardpragmatiken zu erklären.


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