Trat, ein letzter Wink aus Thailand

07:00 Uhr der Wecker klingelt – der Sonnenbrand setzt mir immer noch zu… eine durch Wind und Regen durchzechte Nacht liegt hinter uns – und würde ich zwischen Donnergrollen und grellen Blitzen nicht mitten in der Nacht in leichten Shorts nach draußen hechten, um Schlüppies und die sonstigen wenigen Kleidungsstücke retten, sie wären von Meer oder Dschungel verspeist.

08:00 Uhr Frühstück: für jemanden, der kein Zucker zu sich nimmt und kaum Fleisch ist, ein erlebnisreicher und fast fader Gaumenschmaus: Reis oder Ei oder Ei oder Reis. Ein bisschen Toast und Kaffeepulver – mit letzterem bin ich wie immer glücklich gestellt. Wohl wissend, dass ich essen muss. Ob ich will oder nicht. Und so spülte ich alles in mir mit Kaffee herunter, um mir die bevorstehende Reise von Übelkeit erspart, zu überstehen. Paracetamol gegen das Fiber.

09:00 Uhr, das Thermometer zeigt 34 Grad, die Reise zum nächsten Haltestopp beginnt: ein kleines Taxi – abermals Jeep mit offener Ladefläche samt Einheimischen – wartete auf uns, wir sattelten auf, wohlmerklich, dass mir gegenüber der wohl traurigste Mann saß, den ich je in meinem Leben gesehen habe (und das war ganz gewiss nicht Fabian sein – der kennt sowas nicht).

10:00 Uhr Abfahrt am Pier, auf der anderen Seite Koh Koods, ganz in der Nähe jener Strecke, in der sich Fabian gestern samt Jenny, Rucksack und Moped im Schlepptau verirrte. Ziel: Festland.

11:30 Uhr: Ankunft in Ai Yao, nur noch 30 km bis nach Trat. Abermals mit einem offenen Jeep. 12:30 Uhr nach einer kleinen Erkundungstour inklusive schwerem Gepäck durch den Kern der Stadt: ein kleines Hostel. Und dank der Hilfe der freundlichen Thai-Masseurinnen (…) vor Ort auch zugänglich. Von der Inhaberin keine Spur – ein kurzes Telefonat musste genügen. Dafür ein winziges Apartment samt Klimaanlage und funktionierendem Wasserhahn für 8,50 Euro die Nacht.  Immerhin. Morgen geht die Reise weiter. Kambodscha wartet auf uns. Die Grenze ist lediglich zu Fuß passierbar. Es bleibt also spannend.

Die tieferen Eindrücke folgen in Kürze; insbesondere davon, wie Menschen im eigenen Lokal leben, arbeiten, miteinander schlafen, Kinder bekommen und essen… und all das bei gerade einmal 25 qm. Die Speisen hier waren bisher auf jeden Fall die Besten. Eben noch bei Bier und Curry in einem kleinen Künstleratelier, holt mich der Schlaf gleich ein. Mein heutiger Lesetipp: John Grisham – Bestechung.

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