Ein sonniger und ruhiger Tag am schwarzer Meer neigt sich dem Ende zu. Der Himmel färbt sich rot und ich höre Vögel und ein Motorrad in der Ferne. Varna ist eine wahrhaft schöne Stadt. Die bulgarischen Menschen sind herzlich und glauben an das große Europa. Hier in der kleinen Stadt mit acht verschiedenen Hochschulen gibt es den zweitgrößten Hafen Bulgariens. Zu Zeiten der Sowjetischen Großmacht hieß die Stadt Stalin. Ganz früher fungierte sie als Kolonie der Griechen. Heute gibt es ein kleines prachtvolles touristik-umwölbtes Stadt-Zentrum, mehrere Museen und die größte Kathedrale Bulgariens. Da ich kein Tuch zum Verhüllen bei mir hatte und überdies ein kleine Hochzeit den Dom für sich beanspruchte, schauten wir uns das Kirchenwerk vor allem von außen an. Varna birgt den zweitgrößten Hafen Bulgariens. In diesen Tagen birgt die Stadt ein größeres Rigattafestival, das uns weg von den Menschen hat Richtung Leuchtturm treiben lassen. Dort lagen wir in der Sonne. Zwei Stunden lang. Es war toll. Und vor allem – ich hatte Zeit für mich. Ich beobachtete das Atmen des Meeres. Immer dann wenn die Wellen aufstiegen und am Steinufer – das mich den ganzen Tag an Prora auf Rügen erinnerte – brachen: immer dann atmete das Meer aus. Und jeweils dann, wenn es sich beruhigte und das Wasser die Wellen wieder in sich aufsaugt, atmete es ein. Überschwemmungen sind wohl sowas wie ein Signal dafür, dass die Natur nicht alles mit sich machen lässt. Eine beruhigende Wirkung hatte es auf mich, dieses Schwarze Meer. Ich hätte mich darin verlieren können. Erst das Baden in den Wellen mehrere Stunden später an irgendeinem kleinen Strand am Standtrand befreite mich von meiner Trance. Ich sende alles Gute in das große glückliche Deutschland und beginne jetzt mit dem Kochen….


