Angekommen in Albanien. Irgendwo im Nirgendwo. Das Beste hier ist die kleine Oase, die wir mitten im Landesinnere nach über 100 km Irrweg erfolgreich gefunden haben. Die Strassenverhältnisse gleichen einer Katastrophe und die längste Autobahnstrecke birgt sage und schreibe 20 Kilometer. Kaum zu glauben, dass wir hier in der Nähe von Fier angekommen sind. Seit 7 Tagen ohne Zeltplatz, ohne Strom, ohne frische Wäsche – dafür mit einem vollen Herzen.
Die vergangene Nacht haben wir an einer prähistorische Brücke (bitte so im Navi eingeben: Stellplatz an der historischen Brücke) in der griechisch-albanischen Grenzgebiet übernachtet. Unser Kanu haben wir noch nicht ausgepackt. Die Brücke wurde vor über 9500 Jahren erschaffen und ist immer noch erhalten. Ein gradioser, kleiner Platz mitten im griechischen Gebirge. Gestern Abend im Lummerland, heute Morgen umgeben von einer viel befahrenen Raftingstrecke. Immerhin war ich in dem eiskalten Fluss heute morgen kurz baden.
Fabian hat zu mir gesagt, dass es in den Bergen Riesen gäbe und die Wälder verwunschen seien. Wahrscheinlich hat er Recht. Ich konnte vergangene Nacht kaum schlafen und irgendwelche Albträume haben mich heimgesucht. Das werden die Riesen gewesen sein… die Nacht war kalt und ich habe die ganze Zeit das Strömen des Wasser gehört. Heute morgen habe ich sogar eine Schildkröte gesehen.
Ich bin müde, k.o. Bald ist unser Harry Potter Hörspiel zu Ende. Unsere Wäsche muss auch noch aufgegangen werden. Immerhin habe ich heute während unseres Irrwegs eine kleine Ziege streicheln können. Ansonsten gibt es hier Bergziegen, Kühe und Gänse, die mit uns die Straßen teilen. Den Rest erzähle ich ein ander Mal. Gleich klappen meine Augen zu. Schlaft gut Ihr Lieben und denkt immer daran, dass die Welt mehr zu bieten hat als die oft tristen Alltagsgeschichten auf Arbeit….

