Rothenburg ob der Tauber

Hätte ich gewusst, dass Rothenburg ein so wahrlich bezauberndes Fleckchen Erde ist, hätte ich es sicher bereits in früheren Jahren einmal besucht. Bestechend durch einen mittelalterlichen Stadtkern samt zwei großen, groben und anschaulichen Stadtmauerringen kann man hier Dank Käthe Wohlfahrt das ganze Jahr auf den Weihnachtsmarkt gehen. Glühwein trinken, konnte ich leider noch nicht. Dafür aber haben wir uns den Henkersplatz, den Hungerturm und die Innenstadt angeschaut. Umgeben von Natur und im Grenzbereich zwischen Baden Württemberg und Bayern liegend eine Stadt mit gutem Wein, kugelförmigen Süßspeisen und einem Lindt-Schokoladen, der auch zuckerfreie Schokoladentafeln anbietet. Was für ein Glück.

Wer auf der Suche nach Allgemeinbildung ist oder einfach nur Lust hat sich mit gediegenem Wissen bei „Wer wird Millionär!“ zu bewerben, ist hier genau richtig. Ein Wochentrip – am Besten kostengünstig im Auto schlafend, dafür mit gutem Getränk in einem der mit Blumen prächtig geschmückten Weinstuben.

Gerade vor einigen Tagen erst habe ich ein Paar, welches um die 70 Jahre gewesen sein muss, morgens um 08:00 Uhr munter aus ihrem VW Golf klettern sehen. Im grau-samten Nebel haben sie auf ihrem kleinen Campingmobiliar gefrühstückt, dafür mit lauter Musik aus dem Auto. Ein paar Minuten vorher hatte sich die nun wirklich ältere Dame im Bad noch neben mir zurecht gemacht. Was für eine Freude, dass der Mensch auch unabhängig vom Alter Lust auf die Minimalistik des Campens hat. Leider wohl nur nicht unabhängig von der Gesundheit. Nach Rothenburg jedenfalls lohnt es sich mit einem Auto, zwei Decken aus dem Bett, einer kleinen Gefriertruhe und Kaffee, Käse, Brot und Wein. Vor allem im Herbst.

Heute geht die Reise weiter. Weiter Richtung Hameln, weiter Richtung Abgabestelle unseres Wohnwagens. Das vorletzte Mal sitze ich an unserem Frühstückstisch mit unserer roten französischen Kaffeekanne, vor geraumer Zeit in Ungarn erworben. Sechs Wochen liegen zurück und just in diesem Moment fühlt es sich wie eine an. Ich öffne das Marmeladenglas meiner Erinnerung und stopfe eine weitere schöne Erfahrung hinein. Diesmal eine aus dem wunderschönen Rothenburg ob der Tauber.

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